Caritas Aschaffenburg

eea361ba1b4def664be1c1743c079b24_w720_h480_cp Caritasverband Aschaffenburg Stadt und Landkreis e.V.  - Nachrichten

Die Folgen der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Oberbayern sind verheerend: überflutete Orte, weggerissene Straßen, eingestürzte Häuser, Einsturzgefahr bei vielen weiteren Gebäuden. Minütlich erreichen uns neue Eilmeldungen von der Lage vor Ort. Etliche Menschen sind vermisst. Freunde, Familie und Angehörige beklagen Tote. Tausende haben alles verloren und stehen vor dem Nichts. Auch Caritas-Einrichtungen sind betroffen.

Lokale Caritas leistet Nothilfe

Unsere lokalen Caritas-Kolleginnen und Kollegen stehen allerorts eng an der Seite der Flutopfer und leisten dringend benötigte Nothilfe. Die Helferinnen und Helfer verteilen in stark betroffenen Orten Nahrungsmittel, leisten psychologische Beratung und nehmen andernorts in Caritas-Krankenhäusern und -Altenheimen Menschen aus anderen Einrichtungen auf. Um die Menschen beim Wiederaufbau ihrer Häuser zu unterstützen, gibt es Soforthilfen in Form von einmaligen pauschalen Geldzuwendungen in geringer Höhe oder Hilfe bei Unterstützungsanträgen. Zudem ist auch die Bereitstellung von Notstromaggregaten, Trocknern und Pumpen zur Beseitigung der Flutschäden an Gebäuden möglich. Zusätzlich sind mancherorts bereits mobile Caritas-Teams in den Straßen unterwegs, um Bewohner persönlich aufzusuchen und Hilfen anzubieten.

Unser Bischof Dr. Franz Jung ruft ebenfalls zu Solidarität und Unterstützung auf.

Bitte, spenden Sie!

Würzburg, 23.07.2021. Würzburgs Bischof, Dr. Franz Jung, bittet die Gläubigen im Bistum um großherzige Spenden für die Opfer der verheerenden Flutkatastrophe. Caritas International hilft vor Ort.

Liebe Schwestern und Brüder im Bistum Würzburg,

wir alle haben die Bilder von der Flutkatastrophe in Rheinland-Pfalz, in Nordrhein-Westfalen, in Oberfranken und Oberbayern, aber auch in einigen Gemeinden unserer Diözese gesehen. Wir haben Menschen erzählen hören, wie in wenigen Stunden ihre Häuser, ihre Wohnungseinrichtung, ihr Hab und Gut in den Fluten versunken sind. Wir haben vor Augen, wie sie nun den Neuanfang versuchen – mit dem Wenigen, was ihnen geblieben ist.

Wir haben zugleich auch die Vielen gesehen, die nun helfen. Und viele haben schon gespendet. Ganz gewiss auch viele von Ihnen. - Dafür möchte ich Ihnen herzlich danken.

Ich bitte Sie: Lassen Sie nicht nach in Ihrer Hilfsbereitschaft. Das Bistum Würzburg wird mit 50.000 Euro aus Mitteln des Katastrophenfonds helfen. Helfen auch Sie mit!

Uns allen gilt das Wort des Herrn: „Ich war hungrig, und ihr habt mit zu essen gegeben; ich war durstig, und ihr habt mir zu trinken gegeben; ich war fremd und obdachlos, und ihr habt mich aufgenommen; ich war nackt, und ihr habt mir Kleidung gegeben“ (Mt 25,35-36a).

Bitte geben Sie nach Ihren Möglichkeiten Ihren Beitrag, auch wenn er noch so klein scheint. Haben Sie Vertrauen in unsere Caritas, die Ihre Spende gezielt dorthin lenkt, wo die Not am größten ist.

Lassen Sie uns gemeinsam für die Betroffenen ein Segen sein!
Ihr

+ Dr. Franz Jung
Bischof von Würzburg

Mit Ihrer Hilfe können wir die Helferinnen und Helfer unterstützen. Die betroffenen Menschen brauchen jetzt unsere Hilfe!

Mit Ihrer Spende können Sie unsere Fluthilfe unterstützen! Alle eingehenden Spenden werden gemäß dem dringendsten Bedarf an die Caritas vor Ort weitergeleitet, die in den betroffenen Katastrophengebieten tatkräftig hilft. Lassen Sie uns gemeinsam diese Katastrophe bewältigen und solidarisch zusammenstehen. Mit einer Online-Spende können Sie direkt helfen.

Für Ihre Spende können Sie folgende Bankverbindung nutzen:
Caritas international
Stichwort „Fluthilfe Deutschland CY00897“
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
BIC: BFSWDE33KRL
oder Sie nutzen die Onlinespende:

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9a6943a5b7b80775d251b6e49c78d911_w720_h480_cp Caritasverband Aschaffenburg Stadt und Landkreis e.V.  - Nachrichten

Gut gedacht, schlecht gemacht. So lautet das Fazit zum neuen Glücksspielstaatsvertrag, der am 1. Juli 2021 in Kraft getreten ist. Fachleute aus Suchthilfe und Forschung sind sich einig: Dieser Vertrag bleibt weit hinter den Möglichkeiten zurück, Klient(inn)en zu schützen und präventiv zu wirken.

Die Glücksspiellandschaft hat sich seit dem Inkrafttreten des ersten Glücksspielstaatsvertrages deutlich verändert. Die Inhalte dieses Vertrages stimmen nicht mehr mit der Realität von Online-Glücksspiel und Sportwetten überein. Daher wurde es notwendig, einen zweiten Glücksspielstaatsvertrag zu erarbeiten und durch die Länder ratifizieren zu lassen. Er ist zum 1.Juli 2021 in Kraft getreten.

Ein schnelles Fazit: Deutschland ist und bleibt ein Paradies für Glücksspielanbieter

In Deutschland gibt es circa 430.000 Menschen mit einem problematischen Spielverhalten beziehungsweise pathologische Spieler(innen)1 - Menschen, die mit vielfältigen psychosozialen Problemen die Beratungsstellen aufsuchen. Spieler(innen) sind diejenigen mit der höchsten Verschuldung innerhalb der Gruppe von Suchtbetroffenen. Im Schnitt liegen die Schulden bei 20.000 bis 30.000 Euro, wenn sich ein(e) Klient(in) an eine Beratungsstelle wendet.2 Nicht selten liegen die Verbindlichkeiten bei bis zu mehreren Hunderttau[1]send Euro. Kriminalität, Inhaftierung oder Suizidalität sind auch deshalb bei Spielern(inne)n nicht selten vor[1]kommende Problematiken.

Spätestens seit Corona und der damit einhergehenden monatelangen Schließung der Spielotheken und Spielbanken wurde das Thema Online-Glücksspiel öffentlich diskutiert. Passend dazu haben sich die Länder auf den neuen Glücksspielstaatsvertrag geeinigt.

Bei der Erarbeitung des Glücksspielstaatsvertrags 2021 wurden die Glücksspielforschung oder die Suchthilfe nicht beteiligt. Dennoch soll der Vertrag dazu dienen, das Entstehen einer Glücksspielsucht zu verhindern und Voraussetzungen für eine Suchtbekämpfung zu schaffen. Das Angebot an Glücksspielen soll begrenzt und illegale Glücksspiele sollen verhindert werden. Es soll der Spielerschutz gewährleistet sein und Sorge getragen werden, dass die angebotenen Glücksspiele ordnungsgemäß verlaufen. Und bei diesem Glücksspielstaatsvertrag 2021 ganz neu: Das Geschäft mit Onlinespielen wird legalisiert. Was wird sich ändern?

Glücksspielmarkt wird liberalisiert

Der Glücksspielstaatsvertrag kommt einer Liberalisierung des Glücksspielmarktes gleich. Ab sofort darf in allen Ländern virtuell an Automaten gespielt oder gepokert werden. Sportwetten sind jetzt ebenfalls legal möglich. Stiegen bereits in den vergangenen Jahren die Anteile derer, die eine Beratung wegen Problemen im Bereich des Online-Glücksspielens hatten, gab es in der Phase des Lockdowns eine weitere Zunahme. Inzwischen dürften gut ein Drittel der hilfesuchenden Spieler(innen) aus den Bereichen des Online-Glücksspiels und der Sportwetten stammen. Mit der Öffnung des Marktes gehen jetzt nahezu alle Fachleute aus dem Bereich der Beratung und Therapie für Glücksspieler(innen) von einer weiteren und noch deutlicheren Zunahme dieser Problematik aus. Es ist wahrscheinlich, dass Online-Glücksspiele weitaus risikoreicher sind, eine Sucht zu entwickeln. Die Verfügbarkeit rund um die Uhr und der einfache Zugang über alle digitalen Endgeräte sind die neuen Herausforderungen für Beratung und Therapie. Denn auch hier gilt, dass die Verfügbarkeit eines Suchtmittels wesentlichen Einfluss auf eine Suchtentstehung hat.

Illegal wird zu legal

Bisher illegal agierende Anbieter mit Sitz in Malta oder anderen Destinationen erhalten ohne Konsequenzen für ihr bisheriges Handeln aller Voraussicht nach Lizenzen für Onlinespiele und Sportwetten. Es ist nicht nachvollziehbar, dass bisheriges kriminelles Handeln vollkommen ohne Konsequenzen für die zukünftige Lizenzvergabe bleiben soll. Strafzahlungen oder die Verweigerung von Lizenzen wären aus Sicht einer Regulierung im Sinne von Spielerschutz und Prävention die richtige Antwort. Wer bisher Glücksspiele in Deutschland über Umwege online möglich gemacht hat, sollte keine Lizenz erhalten.

Aufsichtsbehörde kommt zu spät zum Einsatz

Es wird eine Aufsichtsbehörde geben. Das ist beschlossen und sehr zu begrüßen. Der Glücksspielstaatsvertrag ist am 1. Juli 2021 in Kraft getreten, aber die wesentliche Instanz, die eine Regulierung überwachen soll, ist zu diesem Zeitpunkt nicht einsatzbereit. Das ist paradox. Es gibt weder Mitarbeiter(innen) noch einen konkreten Standort. Bekannt ist, dass die Behörde in Sachsen-Anhalt ansässig werden wird. Bis zum 31. Dezember 2022 bleiben die Zuständigkeiten aber in den Ländern. Das führt mit ziemlicher Sicherheit zur Fortsetzung des bereits hinlänglich bekannten Vollzugsdefizits im Bereich der Glücksspielregulierung. Aus fachlicher Sicht bleibt es bei der Forderung, dass die Behörde personell, finanziell und strukturell so ausgestattet sein muss, dass sie den hohen Anforderungen der Überwachung und Weiterentwicklung des Spielerschutzes nachkommen kann. Ein Dialog mit der Suchthilfe, der Forschung und Betroffenen wäre wünschenswert.

Werbung stachelt Wettbewerb an

Die Wirkung von Werbung ist psychologisch gut erforscht. Alle wissen, dass Werbung wirkt. Durch den Erhalt einer Lizenz, Glücksspiele anbieten zu können, wird den Anbietern gleichzeitig auch erlaubt, zu werben. Das wird prognostisch dazu führen, dass der Wettbewerb aufblüht und die Werbung der Anbieter, deren Zahl (aufgrund fehlender Begrenzung) noch nicht vor[1]auszusagen ist, zunimmt. Es wird um jeden Euro Einsatz gerungen werden. Für den Spielerschutz und um einer Suchtentwicklung vorzubeugen, wäre aber ein vollständiges Werbeverbot notwendig gewesen. Hier haben die Länder es versäumt, dass der neue Glücksspielstaatsvertrag dazu beiträgt, besonders gefährdete Zielgruppen zu schützen. Insbesondere Jugendliche und sportaffine Personen werden in Zukunft Zielgruppe der Werbung sein. Trikotwerbung und die Pausenwerbung mit nicht mehr aktiven Sportstars bei Sportübertragungen dürften bereits heute jedem bekannt sein. Die Anstrengungen der Anbieter, Werbung noch intelligenter zu platzieren, werden steigen. Youtuber(innen), Influencer(innen) und Streamer(innen) werden von der Glücksspielindustrie bereits als Werbeplattformen für eine junge Zielgruppe eingesetzt. Auch über Computerspiele werden Anreize zum Glücksspiel gezielt gegeben, Stichwort Gaming und Gambling. Bekanntestes Beispiel ist das Spiel "Coin Master"

Die Anstrengungen der Politik, die Glücksspielprävention zu fördern, sind hingegen eher gering. Die Prävention hätte deutlicher in den Glücksspielstaatsvertrag einfließen müssen. Denkbar wäre zum Beispiel eine klar festgelegte Kostenbeteiligung aller Lizenznehmer(innen) zur Prävention gewesen. Mit mehr Geld wäre auch mehr wirksame Vorbeugung möglich. Diese wird in Zukunft dringend notwendig sein. Neue, auf den Onlinemarkt bezogene Präventionsangebote sind flächendeckend unverzichtbar.

Spielersperren als Pluspunkt

Es wird eine bundesweite Sperrdatei geben und diese Sperrdatei wird spielformübergreifend sein. Das ist ein echter Pluspunkt für den neuen Glücksspielstaatsvertrag. Endlich können sich Spieler(innen) in allen Bundesländern zentral sperren lassen. Das war bislang in den meisten Bundesländern nicht möglich. Der Zeitraum für die Sperre beträgt zukünftig mindestens drei bis zwölf Monate. Weshalb hier ein so kurzer Zeitraum (drei Monate) gewählt und angeboten wurde, erschließt sich aus suchttherapeutischer Sicht nicht. Dauert doch eine Stabilisierung aller Erfahrung aus Beratung und Therapie nach in der Regel deutlich länger.

Dass ein einfacher schriftlicher Antrag genügt, um eine Selbstsperre nach Ablauf der Mindestzeit zu beenden, ist ebenfalls nicht sinnvoll. Hier wäre es besser gewesen, darüber zu diskutieren, was der/die Betroffene vor der Aufhebung der Selbstsperre tun kann, um sich mit dem Grund der Sperre (Glücksspielsucht, Kontrollverlust, Überschuldung) auseinanderzusetzen. Eventuell wäre auch denkbar gewesen, dass die geplante Aufsichtsbehörde die dann bestehende Problematik einschätzt.

Für die Arbeit in Beratung und Therapie steht nun also das Instrument der Selbstsperre bundesweit zur Verfügung. Die neidischen Blicke nach Hessen, wo es eine solche Möglichkeit schon lange gab, sind damit bald vorbei. Die Beratungsstellen werden sicher in Zukunft Klient(inn)en auf diese Möglichkeiten hinweisen und sie dabei unterstützen. Interessant wird es sein, zu sehen, wie viele Menschen sich jährlich bundesweit sperren lassen werden. Daran könnten in Zukunft über einen zusätzlichen Parameter die Probleme mit Glücksspiel in Deutschland gemessen werden.

Verlustlimit ist sehr hoch

Die Aufsichtsbehörde führt in Zukunft eine Limitdatei. Dabei soll reguliert werden, dass Spieler(innen) bei unterschiedlichen Anbietern durch Onlinespielen maxi[1]mal 1000 Euro im Monat Verlust machen können. Eine gute Idee, um noch extremere Verluste, die es häufig gibt, zu vermeiden. Ein Verlustlimit von 1000 Euro monatlich ist allerdings extrem hoch gewählt und dürfte für viele Betroffene im Bereich des monatlichen Nettoeinkommens liegen. Hier sind existenzielle Probleme programmiert. Zusätzlich bezieht sich die zukünftige Limitdatei nur auf Onlinespiele. Ein und derselbe Spieler könnte nach einer Sperre für Onlinespiele terrestrisch (in Spielotheken) weiterzocken und seine Verluste steigern.

Die Limitdatei selbst ist technisch und rechtlich wohl eine der größten Herausforderungen für die zukünftige Aufsichtsbehörde. Es werden bereits Stimmen aus der Glücksspielforschung laut, die vermuten, dass diese Regelung jahrelange Rechtsstreitigkeiten nach sich ziehen könnte und der Gewinn für den Spielerschutz im Endeffekt nicht zum Tragen kommen wird.

Die Forderung nach einer Spielerkarte, mit der sich Spieler(innen) identifizieren können, gab es schon seit einigen Jahren für den terrestrischen Bereich des Glücksspiels. Diese Karte einzuführen und auf den Onlinebereich auszudehnen wäre zielführender gewesen.

Fazit: Mit heißer Nadel gestrickt

Gut gedacht - schlecht gemacht. So könnte das Fazit zum Glücksspielstaatsvertrag ausfallen. Übergreifend sind sich die Fachverbände, die Träger der Suchthilfe, die Betroffenenvertreter(innen) und die Glücksspielforschung einig, dass der Vertrag mit der heißen Nadel gestrickt wurde und viel Potenzial auf der Strecke geblieben ist. Es wurde unter dem Ausschluss der Fachöffentlichkeit gearbeitet und entschieden. Es ist davon auszugehen, dass es über Jahre hinweg ein weiter zunehmendes Vollzugsdefizit geben wird.

Suchthilfe und Prävention stehen vor einer noch nicht kalkulierbaren Herausforderung und sind gut beraten, sich auf die sich zunehmend veränderte Glücksspiellandschaft einzustellen. Vulnerable Zielgruppen sind Jugendliche, junge männliche Migranten und ein sportaffines Publikum. Smartphone, Tablet und PC werden sehr wahrscheinlich für Glücksspiele und Sportwetten in Zukunft mindestens in gleichem Maße genutzt wie Spielotheken und Sportwettbüros.

Den nachvollziehbaren finanziellen Interessen bezüglich der zu erwartenden Steuereinnahmen durch den nun legalisierten Online-Glücksspielmarkt hätte ein deutlich stärkeres Konzept zum Spielerschutz in den oben genannten Bereichen entgegengestellt werden können und müssen.


Anmerkungen

1. Siehe dazu Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), Kurzlink: https://bit.ly/3dMWUfx , S.10

2. Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (Hrsg.): DHS Jahrbuch Sucht 2021. Lengerich: Pabst Science Publishers, S. 35.

 

Autor
Daniel Elässser,
Leiter der Psychosozialen Beratungsstelle für Suchtprobleme im Caritasverband Aschaffenburg

Quelle: https://www.caritas.de/neue-caritas/heftarchiv/jahrgang2021/artikel/deutschland-bleibt-ein-paradies-fuer-gluecksspielanbieter?searchterm=gl%c3%bccksspiel

b387a604aaec6e3cc047dc4ad91d22d6_w720_h480_cp Caritasverband Aschaffenburg Stadt und Landkreis e.V.  - Nachrichten

Unsere langjährige Mitarbeiterin Frau Diplom-Sozialpädagogin Bohnert-Heussner geht in Rente. Uns verlässt eine überaus erfahrene, kompetente, freundliche, zuverlässige, kollegiale und loyale Fachkraft, die viele Etappen unserer Beratungsstelle in den über 60 Jahren mitgemacht hat: Anfangs unter unserem ersten Leiter F.X. Müller, Teilung der Stelle in eine für den Landkreis und eine für die Stadt Aschaffenburg, Einführung des KJHGs (SGB VIII), Verschiebung der Störungsbilder von Einnässen und Lernschwierigkeiten hin zu Trennungs- und Scheidungsberatung usw.. In vielen Fort- und Weiterbildungen eignete sie sich z.B. Spezialwissen über die Behandlung der „Sexuellen Missbrauch“ an und lies sich als „Systemische Therapeutin“ und „Verfahrensbeiständin“ ausbilden. Ihre große fachliche Kompetenz brachte sie in unterschiedlichen Arbeitskreisen, bei Vorträgen und in verschiedenen sozialen Netzwerken Aschaffenburgs ein.

Wir danken ihr sehr für die vielen Jahre zuverlässiger und fachkundiger Arbeit. Für Ihren neuen Lebensabschnitt wünschen wir Ihr viel Freude, Gesundheit und Gottes reichen Segen.

 

Nora Fisher unsere neue Mitarbeiterin

Nora Fisher ist 35 Jahre und Mutter von zwei Kindern. Sie studierte Pädagogik in Würzburg und arbeitete 5 Jahre in der Flüchtlingsberatung beim Caritasverband Aschaffenburg. Viele Jahre hat sie ehrenamtlich und als freie Mitarbeiterin Projekte des Stadtjugendringes Aschaffenburg, des Jugendamtes Aschaffenburg und der Lebenshilfe Aschaffenburg federführend organisiert bzw. begleitet.

Seit Mai 2021 unterstützt sie die Beratungsstelle mit einer halben Stelle. Wir freuen uns über die kompetente und zupackende Verstärkung und heißen Frau Fisher herzlich willkommen.

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d6cb37f4396a3153aebfae3a548aaef0_w720_h480_cp Caritasverband Aschaffenburg Stadt und Landkreis e.V.  - Nachrichten

Bischof Dr. Franz Jung hat am Kilianstag mit haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas das Pontifikalamt im Würzburger Kiliansdom gefeiert. Dabei betonte er, die Wallfahrtswoche sei der richtige Zeitpunkt, die Mission der Caritas zu vertiefen. Gut 150 Gläubige, die sich in Unterfranken in unterschiedlichen Diensten und Einrichtungen unter dem Dach der Caritas engagieren, waren zur Messfeier am Hochfest der Frankenapostel nach Würzburg gekommen. Neben Domkapitular Clemens Bieber, dem Vorsitzenden des Würzburger Diözesan-Caritasverbands, feierte auch sein Münsteraner Amtskollege Pfarrer Dr. Christian Schmitt die Messe als Konzelebrant mit.

Zu Beginn des Gottesdienstes machten drei Sprecher in eindringlichen Impulsen deutlich, was es heute heißt, im Dienst der Caritas zu stehen. Aus ihren beruflichen Perspektiven, etwa der Kindererziehung oder der Altenpflege, blickten sie auf das Wesen gelebter Nächstenliebe. Im Vordergrund standen dabei die Erfahrungen aus der Pandemiezeit, die den Dienst am Nächsten zu einer noch größeren Herausforderung und Belastung gemacht hatte. Aus der gemeinsamen Wallfahrt solle daher auch neue Kraft gezogen werden, christliche Liebe weiterzugeben und selber zu erfahren.

In seiner Predigt brachte Bischof Jung das diesjährige Wallfahrtsmotto mit dem Leitbild des Diözesan-Caritasverbands in Verbindung. Das Zitat aus dem Epheserbrief wurde bei der Messfeier zunächst in der Lesung vorgetragen: „Wir aber wollen, von der Liebe geleitet, die Wahrheit bezeugen und in allem auf ihn hin wachsen. Er, Christus, ist das Haupt.“ (Eph 4,15). Dabei stellte der Bischof, den zweiten Satz des Mottos voran. Christus sei die innere Mitte der Kirche und ihrer Caritas, aus der sich alles andere ableite. Dieses Fundament sei jedoch nicht nur für die Gemeinschaft, sondern für jeden einzelnen unerlässlich. „Der Mensch ohne Mitte wird haltlos“, so der Bischof.

Bischof freut sich über Caritas-Programm "plento"

Mit Blick auf die Nöte und Belastungen des Alltags, gerade in den Zeiten der Pandemie, liefe der Mensch oft Gefahr, den inneren Halt zu verlieren. „Dann droht das Flammenkreuz der Caritas zu erlöschen“, so der Bischof an die Caritas-Mitarbeiter. Es sei daher zu begrüßen, dass der Diözesan-Caritasverband mit dem neuen Programm „plento“ im Kurhaus Hotel Bad Bocklet genau dieses Problem adressiert. Die spirituellen Seminare zur Prävention und Steigerung der persönlichen Resilienz seien sichtbarer Ausdruck der Evangeliumssorge, der sich der Verband in seinem Leitbild verschrieben habe.

Für die Caritas als Teil der Kirche sei es darüber hinaus von zentraler Bedeutung, sich immer wieder zu vergewissern, ob die eigene Arbeit tatsächlich „von der Liebe geleitet“ sei. Die Caritas übernehme ihre vielfältigen Aufgaben von der Kinderbetreuung, über die Begleitung von Menschen in Nöten bis hin zur Sorge um Alte, Kranke und Sterbende nicht, weil es politisch gewollt sei oder auch nur, weil es refinanziert würde. Solche äußeren Rahmenbedingungen seien richtig und wichtig, „aber die Motivation ist die innere Ergriffenheit von der Liebe Christi“, so Bischof Jung. Dieses Kriterium müssten Kirche und ihre Caritas auch als „kritisches Korrektiv“ verstehen. Am Leitbild der Christusliebe müsste zum Beispiel gemessen werden, ob vernünftig erscheinende Tätigkeiten auch tatsächlich dem eigenen Anspruch genügen. In Anlehnung an das Gleichnis vom Weinstock und den Reben aus dem Evangelium mahnte der Bischof, abzuschneiden, was keine Früchte trage. „Größere Fruchtbarkeit entsteht immer da, wo die Liebe Christi das Kriterium ist.“

Bischof Jung: Die Relevanz der Kirche erweist sich an ihrer Fähigkeit zum Wachstum

Besondere Bedeutung maß der Bischof in seiner Predigt auch dem Anspruch des Apostels aus dem Epheserbrief bei, „in allem auf ihn hin (zu) wachsen“. Für die „caritas“, die Nächstenliebe, sei das eine existenzielle Bedingung. „Liebe, die nicht wächst, ist tot.“, so Bischof Jung. Wachstum und Weiterentwicklung seien für die Kirche in ihrer gegenwärtigen Situation unabdingbar. „Wenn die Kirche für die Menschen Sakrament des Heiles sein will, dann wird sich das daran erweisen, wie es uns gelingt, zu wachsen.“ Vor diesem Hintergrund müsse auch der in der Diözese Würzburg gerade begonnene Prozess der Sozialraumorientierung verstanden werden, in dem sich die Kirche von Würzburg selber frage, wo sie wachsen kann. „Ich freue mich über diesen Impuls, der davon ausgeht, dass wir Kirche und Caritas immer wieder neu verbinden wollen.“

Zum Abschluss seiner Predigt betonte Bischof Jung die große Bedeutung der Caritas für den Fortbestand der Kirche. Ausdrücklich bedankte er sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus den unterschiedlichen Bereichen „für ihren hochherzigen und engagierten Einsatz“. An ihrem Dienst zum Beispiel in Schulen, Beratungsstellen und Pflegeeinrichtungen hänge die Reputation der Kirche. „Es wird das caritative Engagement der Kirche sein, auf das die Welt schaut und von dem die Welt ablesen kann, ob wir Jüngerinnen und Jünger Christi geworden sind.“

Kilian Martin | Caritas
Würzburg, 08.07.2021

Den Original-Text und weitere Bilder finden Sie auf der Seite des Diözesancaritasverbandes Würzburg

fbdb8a20ac803b4f2bff33927e315298_w720_h480_cp Caritasverband Aschaffenburg Stadt und Landkreis e.V.  - Nachrichten

Viele Menschen sind in diesen herausfordernden Zeiten verunsichert und  gerieten bzw. geraten zusehend in Schieflage. Viele fragen sich: "Welche Rechte habe ich, welche Beratungsangebote im Bereich Arbeit und Soziales gibt es in der Region, an wen kann ich mich vertrauensvoll wenden, welche Unterstützungen und welche Fördermöglichkeiten der beruflichen Weiterbildung gibt es?" Antworten hierauf sollen beim Aktionstag Beratung am Freitag, 16. Juli 2021 zwischen 14-18 Uhr auf dem Schloßplatz gegeben werden. Auf Initiative des DGB wird in Kooperation mit der Stadt Aschaffenburg, der Agentur für Arbeit, der Deutschen Rentenversicherung Nordbayern, dem Deutschen Mieterbund, der SQG Strukturwandel und Qualifizierung GmbH, der Diakonie, der Caritas, der Handwerskammer Unterfranken und SkF dieser Aktionstag organisiert.

Zudem suchen viele junge Menschen einen Ausbildungsplatz und somit nach Perspektiven. Daher gibt es auch eine Ausbildungsbörse. Azubis aus unterschiedlichen Berufen und Branchen stehen zudem Rede und Antwort. Individuelle Beratungstermine können vorab mit der jeweiligen vereinbart werden. (Berufs-) Schulklassen sind herzlich willkommen!

Es gibt einen Markt der Möglichkeiten und ein breites Beratungs- und Informationsangebot auf folgenden fünf Themenfeldern:
1. Arbeitswelt
2. Berufsstart/Jugend
3. Rente
4. Sozial- und Mietberatung
5. Berufliche Weiterbildung

Thematisch passt der Tag genau zum Motto des Caritasverbandes für die Jahre 2021 und 2022: #DasMachenWirGemeinsam. Es geht um ein solidarisches Miteinander im Kleinen wie im Großen, daher ist der Caritasverband Aschaffenburg gerne wieder mit dem Allgemeinen Sozialen Beratungsdienst (ASBD) und der Ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung (EUTB) vertreten.

 

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Im Kampf gegen das Coronavirus und im Zuge der Impfkampagne gibt es erfreuliche Nachrichten für die Region Aschaffenburg: ab Donnerstagfrüh (08. Juli 2021) können im Impfzentrum Hösbach alle Impfwilligen ab 16 Jahren auch ohne Anmeldung und Termin die erste Spritze bekommen. Ausweis mitbringen reicht! Verimpft werden die mRNA-Impfstoffe von Biontech oder Moderna.

Parallel hierzu werden morgen, Mittwoch 07.07.2021, und am Freitag 09.07.2021, mobile Teams des Impfzentrums Stadt und Landkreis Aschaffenburg unterwegs sein, um allen Interessierten ein Impfangebot mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zu machen.
Am Mittwoch wird ab 10 Uhr in den Räumlichkeiten des BRK in der Behlenstraße 4 geimpft, am Freitag gibt es das Angebot ebenfalls ab 10:00 Uhr  bis etwa 15:00 Uhr parallel in der Behlenstraße 4 und dem Café Metropol der Diakonie in der Kolpingstraße 7.

Die Menschen können ohne Registrierung und ohne Voranmeldung kommen. Auch Menschen, die keinen Impfpass oder Ausweisdokument dabei haben sollten, können geimpft werden. Der Personenkreis beinhaltet somit besonders auch Menschen, die sich mit Hürden wie „Registrierung“, „Anmeldung“ oder „weite Wege organisieren“ schwer tun. Auch an Durchreisende, Obdachlose oder Menschen mit Sprachbarrieren richtet sich das Angebot. Gerne darf diese Information an entsprechende Zielgruppe weitergegeben werden! 

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Am 26. September 2021 ist Bundestagswahl. Unter dem Motto „Neue Normalität gestalten: #DasMachenWirGemeinsam“ will die Caritas vor der Wahl auf ihre sozialpolitischen Forderungen aufmerksam machen.

Berlin, 5. Juli 2021. Leistungsfähige soziale Sicherungssysteme, bezahlbare gute Pflege, sozial gerechter Klimaschutz: Das fordert die Caritas vom künftigen Bundestag und von der künftigen Bundesregierung. Deutschlands größter Wohlfahrtsverband wird sich in den kommenden Wochen unter dem Motto „Neue Normalität gestalten: #DasMachenWirGemeinsam“ in den Bundestagswahlkampf einmischen und sich mit Nachdruck dafür einsetzen, dass diese Ziele nach der Wahl ganz oben auf der politischen Agenda stehen.

„Die Karten werden in Deutschland politisch zu einem Zeitpunkt neu gemischt, zu dem es darum geht, Lehren aus der Pandemie zu ziehen und die Corona-Folgen in den Griff zu bekommen. Das ist eine Chance“, so Caritas-Präsident Peter Neher. „Die Pandemie hat die Sozialstaatsbedürftigkeit unserer Gesellschaft sichtbar gemacht und zeigt, was wir heute für den Zusammenhalt für morgen brauchen.“

„Niemand darf sozial abstürzen“

Corona hat uns vor Augen geführt, wie verschieden die Lebensbedingungen in Deutschland sind und wie unterschiedlich die Verwundbarkeit der Bürgerinnen und Bürger in der Krise ist – man denke an den Mangel an bezahlbarem Wohnungsraum, an bildungsbenachteiligte Kinder und Jugendliche, Menschen in Flüchtlingsunterkünften oder diejenigen, die aufgrund ihrer Herkunft oder ihres Status von staatlichen Leistungen ausgeschlossen sind. „Nicht für alle in Deutschland ist das Netz der sozialen Dienstleistungen gleich gut ausgebaut. Es muss fester geknüpft werden, damit Menschen in schwierigen Lebensverhältnissen zielgenau die Unterstützung erfahren, die sie brauchen. Wenn sie in prekären Situationen sind, dürfen sie nicht abstürzen“, so Neher.

Die Kommunen benötigen eine auskömmliche finanzielle Ausstattung, um ihren sozialen Aufgaben angemessen nachzugehen. Im Bereich Bildung ist der Handlungsbedarf groß: Grundschulkinder brauchen auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Ganztagsangebote in den Schulen, vorschulische Bildung muss für alle unabhängig von der Herkunft gesichert, die Schulsozialarbeit ausgebaut werden. Das Existenzminimum für Kinder und Jugendliche muss angemessen und verlässlich gewährleistet sein.

„Gute Pflege ist Menschenrecht“   

Im Bereich Pflege, der wie kaum ein anderer in den Pandemie-Monaten im Fokus stand, ist trotz gerade verabschiedeter Reformschritte noch viel zu tun. Die Arbeitsbedingungen in der Pflege müssen attraktiver werden, ohne dass die Kosten für Pflegebedürftige aus dem Ruder laufen.

„Die häusliche Pflege ist bei der jüngsten Pflegereform leer ausgegangen und ist eine offene Baustelle für die nächste Legislatur“, so der Caritas-Präsident. Pflegende Angehörige brauchen dringend mehr Flexibilität bei Entlastungsmöglichkeiten wie z.B. Kurzzeitpflege und Verhinderungspflege. Die Arbeitsbedingungen und Arbeitsstandards der oft aus Osteuropa stammenden Live-in-Betreuungskräfte, die Menschen zu Hause betreuen, müssen dringend reguliert und besser finanziert werden – umso mehr, nachdem das Bundesarbeitsgericht klargestellt hat, dass für diese Betreuungskräfte die gleichen Rechte gelten wie für alle anderen Arbeitnehmer_innen in Deutschland.

„Klimaschutz muss sozial und gerecht sein“     

„Diese Wahl wird eine Klimawahl“, so der Caritas-Präsident. „Klimapolitik muss absolute Priorität haben und sie muss sozial gerecht gestaltet sein. Klimaschutzmaßnahmen mit Verweis auf die Belastung einkommensschwächerer Haushalte zu unterlassen, wäre fahrlässig. Daher müssen Kompensationsregelungen von Anfang an mitgedacht werden. Dies ist viel zu oft nicht der Fall.“ Die Caritas fordert die Erhöhung des CO2-Preises, versehen mit einem Klimageld, also einer Rückzahlung der Einnahmen pro Kopf. Das kommt einkommensarmen Haushalten zugute, die weniger CO2 ausstoßen als reichere.

Auch ein internationaler Blick ist notwendig: Die zunehmende klimabedingte Migration und Flucht zeigen, dass soziale Gerechtigkeit nicht nur für Deutschland und Europa gelten muss. Unser Lebensstil darf nicht auf Kosten von Menschen in ärmeren Weltregionen erhalten werden.

Die Caritas, die beschlossen hat, ihre eigene Arbeit bis 2030 klimaneutral zu erbringen, setzt sich für den Abbau klimaschädlicher Subventionen und für einen klimafreundlichen Ausbau der öffentlichen (Mobilitäts-)Infrastruktur ein. 

 

Mehr Informationen
Die Forderungen der Caritas zur Wahl finden Sie hier, die Motive der Kampagne #DasMachenWirGemeinsam sehen Sie hier. Ein Bestandteil der Kampagne ist der Podcast „Deutschland Solidarisch“, den es hier zum Nachhören gibt.

  

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Wir trauern um unseren Kollegen Matthias Mebert.

Matthias Mebert, Wohnbereichsleiter im Senioren-Wohnstift St. Elisabeth, ist am Sonntag, 27. Juni 2021, auf dem Weg zum Frühdienst bei einem tragischen Verkehrsunfall ums Leben gekommen. Er wurde nur 34 Jahre alt. Die traurige Nachricht hat uns alle erschüttert.

Matthias Mebert war ein besonderer Mensch. Mit seiner positiven Energie hat er die Menschen in seinem Wohnbereich und im gesamten Wohnstift geprägt. Er war zupackend und zuvorkommend, motiviert und motivierend. Er war Veränderungen gegenüber aufgeschlossen und brachte sie auf den Weg. Er lebte unser christliches Leitbild vor und hat so maßgeblich zum guten Ruf unseres Hauses beigetragen. Selbst engagierter Christ, gestaltete er als evangelischer Lektor Gottesdienste in seiner Kirchgemeinde. Er hinterlässt eine schmerzhafte Lücke im St. Elisabeth.

Matthias Mebert war junger Familienvater. Wir trauern mit seinen Angehörigen und sind mit ihnen im Gebet verbunden. Wir übersenden seiner Familie unser tiefes Mitgefühl und wünschen ihr viel Kraft für die nächste Zeit. Wir werden die positive Energie, seine Lebensfreude und seine Warmherzigkeit, die Matthias Mebert stets ausstrahlte, weiter in uns tragen.

Das Leitungsteam und alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Senioren-Wohnstifts St. Elisabeth
sowie der Vorstand des Caritasverbandes Aschaffenburg

 

"Das schönste Denkmal, das ein Mensch bekommen kann,
steht in den Herzen seiner Mitmenschen."

Albert Schweitzer

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Berlin/Düsseldorf, 23. Juni 2021. Diese Woche geht ein neues digitales Beratungsangebot der Caritas online, das sich spezifisch an Jungen und Männer wendet. Der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM), ein Fachverband der Caritas, berät Jungen und Männer in Krisensituationen schon länger in seinen Beratungsstellen mit der zentralen Anlaufstelle www.echte-männer-reden.de. Nun können sich Männer in Krisensituationen auch digital Unterstützung holen. Das neue Angebot ist in die Online-Beratungsplattform Beratung & Hilfe der Caritas integriert.

Ob Trennung, Beziehungskrisen, Arbeit oder Vaterschaft – die Beratung für Jungen und Männer durch qualifizierte Männerberaterinnen und -berater ermöglicht den Ratsuchenden, die Hintergründe ihrer Krise zu verstehen und Unterstützung zu erfahren. Die Beratung für Männer ist hier einfach zugänglich: www.caritas.de/männerberatung.

„Männer erfahren Krisen und Belastungen anders als Frauen. Diese Tatsache berücksichtigen die SKM-Beratungsangebote in der analogen Welt schon länger. Nun spiegelt sie sich auch in unserem Online-Angebot wider“, so Caritas-Präsident Peter Neher. „Die Pandemie macht die digitalen Beratungsangebote wichtiger denn je. Diese erlauben uns, den Menschen trotz Beschränkungen zur Seite zu stellen. Den Ausbau der Online-Beratung führen wir deshalb konsequent und mit aller Kraft fort.“

Beratung & Hilfe der Caritas derzeit stark nachgefragt

Das Angebot Beratung & Hilfe der Caritas berät seit 2006 digital in ganz verschiedenen Lebenssituationen– von der Schwangerschaft über Migration, Verschuldung oder Trauer. Menschen in Not können sich niederschwellig und kompetent auf www.caritas.de/onlineberatung Hilfe holen – und finden über diesen Zugang auch Wege in die analoge Beratung in einer Beratungsstelle vor Ort.

Seit dem Beginn der Pandemie im März 2020 haben sich 550 Beratungsstellen der Plattform angeschlossen mit aktuell 1.707 Beratungsstellen. Etwa 2.100 Beraterinnen und Berater wurden hierfür geschult, so dass jetzt 4.700 Berater_innen aktiv sind. Über 3.000 neue Nutzerinnen und Nutzer registrieren sich durchschnittlich jeden Monat. Im Jahr 2020 wurden ca. 200.000 Nachrichten über die Plattform versendet und empfangen.

Das Beratungsangebot des SKM und die Online-Beratungsplattform der Caritas werden vom Bundesfamilienministerium gefördert.

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Am Freitag, den 18. Juni führten Wolfgang Grose von der Diakonie, Burkard Vogt vom Martinusforum e.V. und  Christoph Schlämmer von der Caritas die 24 Teilnehmer*innen des gemeinsamen Rundgangs an Orte und zu Themen in Aschaffenburg, an denen man sonst eher achtlos vorübergeht. Stationen waren der Bahnhof, das Obdachlosenheim, das Sozialkaufhaus der Diakonie, das Franziskanerkloster, der Marktplatz, der Eine Welt - Laden und das Martinushaus mit der Flüchtlings- und Integrationsberatung der Caritas.

An jeder Station gab es Informationen darüber, wie schwierig das Leben für manche unserer Mitmenschen sein kann. Der Fokus lag dabei auf den Hoffnungszeichen und der Frage, wie und wo diesen Menschen geholfen wird. Eine wichtige Erkenntnis: Nicht wegschauen ist der Anfang, wenn sich die Verhältnisse verbessern sollen.

Das Motto dieser ökumenischen Veranstaltung war angelehnt an das Motto des Ökumenischen Kirchentages 2021. Es ist kein reines Zitat, sondern eine Interpretation des “geht hin und seht nach” aus der Geschichte der Speisung der 5.000 mit fünf Broten und zwei Fischen (Mk 6,38).

Wegen der großen Nachfrage soll der Rundgang im September noch einmal angeboten werden. Informationen hierzu im Veranstaltungskalender des Martinusforums.

Hier der Link zum Artikel des Main-Echo.

 

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"Wir sitzen alle in einem Boot, der Blick in Richtung des sicheren Ufers und zugleich müssen wir immer mal wieder einen Schulterblick in Richtung unseres Ziels machen." - mit diesem Bild eröffneten die Vorstände Christopher Franz und Marco Maier die Führungskräfte-Klausur vom 16.-17. Juni 2021. Erstmalig waren alle Führungskräfte und Koordinatoren aus den Bereichen Beratungsdienste und Altenhilfe unter dem Dach des Caritasverbands Aschaffenburg - Stadt und Landkreis e.V. zu einer solchen Klausur zusammengekommen.

Inhaltlich ging es unter der Moderation von Heinrich Almritter, Vorstand des Caritasverbands Miltenberg, vor allem um die Bestandsaufnahme des Vorstands, der nun seit einem Jahr erfolgreich den Verband leitet, und die daraus resultierenden stategischen Weiterentwicklungen und mögliche strukturelle Veränderungen. Es gehe jetzt besonders darum, alle Entscheidungsträger*innen im Verband mit ins Boot zu holen, so beschrieb es der Vorstand, und so wurde im regen Austausch an weiteren Ideen und Entwicklungspotentialen gearbeitet.
Einen weiteren Schwerpunkt setzte man im Bereich "Werte, Kultur und Führung" und erarbeitete ein gemeinsames Führungsverständnis, welches im Nachgang von einer Arbeitsgruppe genauer ausgearbeitet, verschriftlicht und anschließend auch veröffentlicht werden soll.

Getreu dem Jahresschwerpunkt der Caritas #DasMachenWirGemeinsam war es aber auch ein großes Anliegen, die beiden Arbeitsbereiche Beratungsdienste und Altenhilfe zusammenzubringen, um künftig noch stärker an einer gemeinsamen Verbandsvision zu arbeiten.

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Diplom-Psychologe Andreas Purschke, Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Caritas in Aschaffenburg, zur Situation von Kindern und Jugendlichen in der Coronakrise


Würzburg/Aschaffenburg 
(POW) Seit gut 50 Jahren gibt es die Arbeitsgemeinschaft der katholischen Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfe und der Jugendsozialarbeit (AGkE) des Caritasverbands für die Diözese Würzburg. Zu ihr gehören unter anderem Einrichtungen der stationären Jugendhilfe, ambulante Dienste und zahlreiche Beratungsstellen in ganz Unterfranken. Diplom-Psychologe Andreas Purschke, Leiter der Erziehungsberatungsstelle der Caritas in Aschaffenburg, gibt im Interview Einblicke in seine Arbeit unter Coronabedingungen.

Caritas: Herr Purschke, wie hat Ihre Beratungsstelle im Aschaffenburger Martinushaus unter Coronabedingungen arbeiten können?

Andreas Purschke: Das war phasenweise recht unterschiedlich. Wir waren durchweg erreichbar über Telefon, E-Mail und Videochat. Aber den Kolleginnen und mir war sofort klar, dass es ohne echte Präsenz, ohne direkte Begegnung von Angesicht zu Angesicht bei vielen Klienten nicht gehen kann. Die neuen Möglichkeiten sind lediglich eine Ergänzung. Das mussten wir auch für die Schulen feststellen. Distanzunterricht mag technisch möglich sein, hat aber schwere Folgen für die Kinder und Jugendlichen.

Caritas: Was meinen Sie mit „schweren Folgen“? Der Onlineunterricht wurde doch vielfach gelobt?

Purschke: Der unkontrollierte Medienkonsum hat bei Schülerinnen und Schülern extrem zugenommen. Sie sitzen stundenlang vor Bildschirmen. Ich meine nicht den Unterricht übers Smartphone oder Notebook, sondern den zusätzlichen Fernsehkonsum und die Onlinespiele. Nicht wenige Eltern waren und sind damit überfordert. Den Kindern fehlen die echten Kontakte, der Umgang mit der Peergroup, das Gespräch mit den Gleichaltrigen. Betroffen sind alle Schichten unserer Gesellschaft. Corona hat auch an dieser Stelle vorhandene negative Tendenzen verschärft. Wer einsam war, ist nun noch einsamer. Wer unter bestimmten Zwängen zu leiden hatte, tut das nun umso mehr. Wenn man etwas Positives sagen möchte, dann das: Es gibt zum Glück engagierte Lehrer, die in der Pandemie gemerkt haben, dass der persönliche Kontakt zu den Kindern und ihren Familien wichtig ist. Schule muss mehr sein als Wissensvermittlung.

Caritas: Das Ende der Einschränkungen scheint in Sicht. Was empfehlen Sie auf dem Weg in die Normalität?

Purschke: Da fließen Milliarden, um Wissens- und Leistungsdefizite aufzufangen. Wir brauchen aber keinen wachsenden Leistungsdruck, sondern Investitionen ins Soziale. Wir sollten die Kinder, die Jugendlichen und ihre Familien ernsthaft fragen, wie es ihnen geht. Die Rückkehr ins Klassenzimmer muss emotional aufgefangen werden. Vielleicht ist eine Woche im Landschulheim wertvoller, damit die Kinder wieder miteinander warm werden und sich austauschen können. Stattdessen nehme ich den Druck der Lehrer wahr, schnell noch Noten machen zu müssen und Rückstände aufarbeiten zu wollen.

Caritas: Und jenseits der Schule?

Purschke: Vereine und Gruppenstunden sind so wichtig. Das bekommen wir in der Beratung immer wieder mit. Ich empfehle, nicht nur zu öffnen und abzuwarten, sondern ganz aktiv und engagiert auf die Kinder und Jugendlichen zuzugehen. In der Lethargie meinen viele, sie bräuchten jetzt gar keine Gruppen und Kreise mehr. Aber das ist ein Irrtum. Auch die Eltern sollten hinschauen, dass es weitergeht bei den Ministranten, den Pfadfindern und anderen kirchlichen Jugendgruppen. Das sind doch die Orte, an denen das gute Miteinander eingeübt und gelebt wird, wo es mal nicht um Leistung, Leistung, Leistung geht, sondern ums Menschsein. Für die Kirche und ihr Plädoyer für ein christliches Menschenbild ist das eine unglaubliche Chance.

Caritas: Und wenn es Probleme gibt, ist die Erziehungsberatung der Caritas da?

Purschke: Selbstverständlich. In Aschaffenburg ist es die Beratungsstelle der Caritas, anderenorts die des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) oder die Diakonie. Jede dritte Familie im Raum Aschaffenburg hatte oder hat Kontakt mit uns. Wir beraten und begleiten und sind froh, dass das gar nichts Ungewöhnliches mehr an sich hat. Die Empfehlung verbreitet sich über Mundpropaganda. Etwas Besseres kann einer Beratungsstelle gar nicht passieren. Und bei allen Problemen und Herausforderungen gehört für uns die positive und menschenfreundliche Grundstimmung immer dazu, eine Zuversicht, die sicherlich auch aus dem Glauben erwachsen kann.

Interview: Sebastian Schoknecht (Caritas)

Quelle: https://pow.bistum-wuerzburg.de/aktuelle-meldungen/detailansicht/ansicht/kuemmert-euch-viel-mehr-um-die-kinder-und-jugendlichen/

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